Kleine Erfolgsmeldung aus München

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Liebes Forum, nach Monaten des Brummton-Leidens werde ich nun auch aktiv. Ich wohne im Münchener Osten (Zamdorf, in der Nähe Trudering, was hier auch schon gepostet wurde). Seit einigen Monaten ist auch in meiner Wohnsiedlung der Brummton wahrnehmbar. Während dieser tagsüber durch andere Schallquellen überlagert wird, ist das Geräusch am Wochenende und besonders nachts nervend bis unerträglich. Wenige Unterbrechungen in der Vergangenheit ließen mich an eine temporäre Schallquelle hoffen, inzwischen ist der Ton jedoch ununterbrochen vorhanden. Anfang des Jahres hatte ich dieses Phänomen schon einmal erleben “dürfen”. Da auch damals das Brummen irgendwann zur Qual wurde, habe ich Eigeninitiative ergriffen.

Lüfteranlagen zur Rohbautrocknung als Ursache erkannt

Nach mehreren mitternächtlichen Ausflügen konnte ich tatsächlich die Ursache ausmachen: auf einer ca. zwei Kilometer entfernten, großangelegten Wohnhausbaustelle waren massive Entlüftungsanlagen, vermutlich zur Trockenhaltung der Rohbauten, aufgestellt. Die Lautstärke vor Ort waren ca. 60 bis 70 dB laut Handymessung. Obwohl ich nicht gedacht hätte, daß sich der Schall so weit übertragen kann, war dies tatsächlich die Ursache für den immerwährenden Brummton. Nach Kontakt zur Baufirma wurden die Lüftungen ab sofort nachts abgeschaltet und der nervige Ton gehörte tatsächlich der Vergangenheit an. Ich hoffe, dies macht dem einen oder anderen Mut, ebenfalls etwas Forschungsarbeit im eigenen Interesse zu betreiben. Dabei gibt es noch andere Möglichkeiten, über die man sich gegebenenfalls austauschen könnte.

Vorerst nur ein Verdacht für das neue Brummtonproblem

Für die aktuelle Situation habe ich einen Verdacht im Zusammenhang mit einem S-Bahn-Abstellgelände. Beweisen konnte ich den Zusammenhang jedoch noch nicht, da es aktuell keine Unterbrechungen des Brummtones gibt. Auch auf diversen Baustellen oder sanierten Wohngebäuden in der Umgebung könnten die Ursachen zu finden sein. Heute habe ich das Thema an das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz gemeldet. Bin gespannt, ob sich ein Mitarbeiter zurückmeldet. Falls sich jemand aus meiner Gegend zu Wort meldet, wäre das super. Gemeinsam kann man immer mehr erreichen.
Viele Grüße und bleibt tapfer (Emailadresse des Verfassers bekannt)

3 Gedanken zu „Kleine Erfolgsmeldung aus München

  1. Stefan S.

    1.) Eine Mobilfunkanlage ist nichts anderes als ein große Mikrowelle (z.B.: GSM 900 MHz, LTE 1.8 GHz, UMTS 1.9 – 2.1 GHz), die 24 Stunden aktiv ist und mehrere 10.000 Watt Leistung (pro Sektor) abstrahlen kann. Sehr wahrscheinlich entstehen durch die Energieabstrahlungen Luftmolekülreibungen / Luftvibrationen – eben dieses leise Brummgeräusch. Die Anlage in unserer Nähe hat nach der Aufrüstung im August 2017 nun eine Leistung von mehr als 60.000 Watt.
    2.) Auch das weitreichende GSM 900 Signal mit seinen tieffrequenten Anteilen (z.B.: 8,3 Hz) – niederfrequente Pulsungen (Zeitschlitze) – auf dem hochfrequenten Träger könnte mit verantwortlich sein.
    3.) Je stärker die Energieabstrahlung einer Anlage ist, desto deutlicher das Brummgeräusch. Die genannten Sicherheitsabstände in der Standortbescheinigung einer Anlage lassen Rückschlüsse auf die abgestrahlte Energie zu. In Umgebungen schwächerer Anlagen mit geringeren Sicherheitsabständen (z.B.: 4 – 7 m) ist das Brummgeräusch deutlich schwächer als in Umgebungen neuer, aufgerüsteter Anlagen mit Sicherheitsabständen von z.B.: 7 – 11 m.
    4.) Nach der Inbetriebnahme oder einer Leistungsaufrüstung einer Mobilfunkanlage wird das Brummen und die Strahlung in dieser Lokalität zunehmen – es besteht eine Korrelation. Das leise Brummgeräusch ist niederfrequent, reicht kilometerweit (20 Hz hat eine Wellenlänge von 17 m) – und hat eine andere Ausbreitungscharakteristik, Reflektion und Resonanz als die elektromagnetische Strahlung. Es kann also durchaus sein, dass Sie das Brummen an Orten hören können z.B.: in Talsenken oder Anhöhen obwohl der Empfang dort schwach ist. Sie wissen und Sie sehen nichts von der Veränderung.

    5.) Orte und Regionen, die zuvor noch brummfrei oder nur schwach davon betroffen waren, werden nach und nach durch den fortschreitenden Mobilfunkausbau bzw. der Mobilfunkaufrüstung verbrummt und verstrahlt. Mögliche Lösungen könnten beispielsweise mehrere schwach strahlende Anlagen sein, als eine große leistungsstarke Anlage – vielleicht wäre auch eine Leistungsreduktion zu Nachtzeiten möglich, um das Brummgeräusch zu mindern.
    6.) Nur wenige Menschen haben die Wahrnehmungsfähigkeit gut bis sehr gut niederfrequent hören zu können – schätzungsweise < 5 % der Bevölkerung.
    7.) Das Brummen ist keine Einbildung, kein Tinnitus – es ist tieffrequenter Schall im Bereich von 6,3 Hz – 100 Hz messbar (z.B.: mit professionellen Schallmessgeräten – hier geht es um die Erfassung leiser Brummtöne).
    8.) Falls sich der ein oder andere Bürger nun über ein Brummgeräusch wundert oder sogar darunter leiden sollte (Schlaflosigkeit, Hitzewallungen, etc.), das er zuvor noch nicht gehört – z.B.: gut hörbar im Gebäude und in der Nacht (aufgrund nachlassender Umgebungsgeräusche) – die Haustechnik und weitere mögliche Verursacher ausschließen kann – so ist es die Mobilfunkanlage.

    Lösungsideen:
    1.) Statt einer leistungsstarken Anlage besser mehrere schwach strahlendene Anlagen
    2.) Möglichkeit der Energierreduktion zu Nachzeiten
    3.) Breitbandausbau mit Glasfaser
    4.) Echte Transparenz
    5.) Aktive Bürger

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  2. Ingo Sickelmann

    Seid einigen Wochen nehme ich einen subjektiv erheblich störenden Brummton in Ofenerdiek, Oldenburg wahr.
    Ich suche die Quelle. Wer kann helfen?

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  3. Simon Gee

    Zur Reichweite tieffrequenter Schallanteile: nächtliche Luftschichtungen begünstigen die Ausbreitung von Schall allgemein (Fehlen von Konvektionswirbeln). Je tiefer der Schall, desto höher die Reichweite. Ab ca. 5Hz ist die Dämpfung der Atmosphäre nahezu gleich null. Ein IS-Woofer TRW-17 (im Prinzip ein kleiner “Ventilator”) hat in einem Experiment der Uni Hawaii (geologische Fakultät) eine Reichweite von 3,8 Km bei rd. 8Hz gezeigt.
    Nachtrag – Quelle: Park, J. and Robertson, J., 2009. A portable infrasound generator. The Journal of the Acoustical Society of America, 125(4), pp.EL148-EL151.

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