Archiv für den Autor: jweise

Wie tief der Mensch hören kann

Brummton am Computer hören mit der Software Audacity

Brummton am Computer hören mit der Software Audacity

Eine beträchtliche Spannweite ist möglich

Der Bereich Geräuschmesstechnik der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Frage, inwieweit niederfrequente Schallpegel oder sogar Infraschall hörbar sind. Eine interessante Zusammenfassung bieten die PTB-Mitteilungen aus dem Jahr 2022. Dr. Marion Bug und Dr. Christian Koch kommen zu dem Ergebnis, dass von einer unterschiedlichen Sensivität im Einzelfall auszugehen ist, d.h. der wahrgenommene Schallpegel wies bei den Probanden der Studie eine große Spannweite aus. Bei einer Frequenz von kleiner 10 Hertz muss der Pegel eine hohe Intensität ausweisen, die mindestens 110 Dezibel beträgt. Als weitere interessante Erkenntnis zeigte sich, dass die Anwesenheit von „moderat lautem“ Hörschall die Wahrnehmungsschwelle für Infraschall erhöhte. Auf diesem Gebiet ist noch weiterer Forschungsbedarf notwendig, so die Autoren.
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Brummtonbetroffene regional vernetzen

Bitte gebt bei den Kommentaren den Wohnort an

Brummtonbetroffene in DeutschlandBei mehr als einem Drittel aller Kommentare war bisher nicht ersichtlich, an welchem Ort der Brummton auftritt. Dies ist sehr schade, weil dann eine Vernetzung nicht möglich ist. Bitte habt Verständnis, dass Kommentare ohne Ortsangabe nicht mehr freigegeben werden. Es verlangt ja niemand, dass Straße und Hausnummer oder die Telefonnummer angegeben werden. Nach meiner Einschätzung verrät man mit der Angabe des Stadtteils oder der Ortschaft kein Geheimnis. Diese Information ist auch wichtig, um die Brummtonkarte zu erstellen (siehe Bild links – mit Daten aus 2023).
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Messung fand den Verursacher nicht heraus

Brummton in Altdorf

Liebe Brummtongeschädigte, seit 29 Jahren wohnen wir in einer Doppelhaushälfte am Standort Altdorf in der Nähe von Nürnberg. Dort nehme ich seit etwa zwei Jahren den Brummton wahr. Meine Familie und direkte Nachbarn sind von diesem Phänomen nicht betroffen. Zunächst dachte ich, dass Nachbarn ihre Waschmaschine vorwiegend nachts laufen lassen, um den günstigeren Nachtstrom zu nutzen. Leider stellte sich heraus, dass dies nicht der Fall war. Da der Infraschall besonders in der Nachtzeit zunehmend belastender wurde, beauftragte ich eine Firma, die im Internet „Hilfe verspricht“.
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BI Schriesheim jetzt mit eigenem Internetauftritt

Ziel: Gemeinsam gegen Lärm

Im Jahr 2020 hatte sich die Initiative als regionale Interessengemeinschaft IG Brummton Rhein- Neckar gegründet. Impulsgeber ist seither Susanne Klug aus Schriesheim. Seit vielen Jahren macht sie auf die Brummtonproblematik in Deutschland aufmerksam. Jetzt möchte die Initiative ihre Aktivitäten bundesweit ausdehnen und möglichst viele Leute mit der neuen „Brummtoninitiative“ erreichen. Susanne Klug ist fest überzeugt, dass die wahrgenommenen tieffrequenten Schallbelastungen die Gesundheit beeinträchtigen und im Hinblick auf Art, Intensität, Verbreitung und Dauer eine schädliche Umwelteinwirkung darstellen.
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Kleine Erfolge bei der Brummtonsuche in Darmstadt

Fünf Verursacher ausfindig gemacht

Die Frankfurter Rundschau berichtete im August von kleinen Erfolgen der Stadtverwaltung Darmstadt. Die städtischen Behörden haben in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie fünf Lärmquellen geortet und nach eigenen Angaben auch beseitigen lassen. Die Verursacher waren zwei defekte Aggregate, eine defekte Heizungspumpe und drei unzureichend angebrachte Schallschutzmaßnahmen. Weitere Lärmquellen wurden bei einem öffentlichen Anwesen lokalisiert, aber noch nicht beseitigt, teilte die Stadtverwaltung weiter mit.
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50-Hertz-Frequenz tritt deutlich hervor

Brummton Kompressor mit 50-Hertz-Frequenz

Kompressor sorgt für Brummton mit 50-Hertz-Frequenz

Ein Kompressor in der Nachbarschaft lädt zum Experiment ein

Es gibt Momente, in denen ein tieffrequentes Geräusch sogar nützlich sein kann. Dies ist immer der Fall, wenn die Störung nur befristet auftritt und der Lärmbetroffene Lust auf ein Experiment hat. Letzte Woche setzte eine Estrichverlegefirma in etwa zweihundert Metern Entfernung einen Kompressor auf der Baustelle ein. Vor der Haustür von Joachim Weise war ein durchdringender Brummton deutlich wahrnehmbar. Er griff sofort zum Schallmessgerät und zeichnete den Geräuschpegel 40 Sekunden lang auf. Der nächste Messpunkt lag direkt an der Baustelle in ca. zehn Metern Entfernung vom „Putzmeister“. Der Geräuschpegel kletterte auf 66 dB(A) mit breitem Frequenzspektrum bei einem Hervortreten der 50-Hertz-Frequenz um 23 Dezibel gegenüber der Nachbarfrequenz von 40 Hz. Bei der Messung vor der Haustüre betrug der Abstand von 50 Hz zu 40 Hz nur 12 dB (siehe Grafik).
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Bitte Petition mitzeichnen

Maßnahmen gegen tieffrequenten Schall und Infraschall
gefordert

Auf Initiative von Susanne Klug wurde eine Petition an den Bundestag eingereicht. Die Petition ist nun veröffentlicht und sollte von möglichst vielen Menschen bis spätestens 9.8.2022 mitgezeichnet werden.
https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2022/_04/_23/Petition_133291.html
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Neues Forum für Brummtonbetroffene

Unterscheidung nach Regionen

Brummton.com bietet seit Juni 2022 ein neues Forum für Brummtonbetroffene an. Die Kategorien sind vorerst grob in Nord-, West-, Ost- und Süddeutschland eingeteilt. Dazu kommen einige Städte mit Schwerpunktmeldungen, wie sie im Kommentarbereich ersichtlich sind. Zunächst sind die Städte Hamburg, München und Karlsruhe gelistet.
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Grundlagen der Psychoakustik

Definitionen für den subjektiven Höreindruck

Kürzlich fand ich einen interessanten Artikel im Web über Psychoakustik. Dieses Teilgebiet der Akustik versucht, wissenschaftliche Erklärungen für unsere subjektiven Reaktionen auf Schallereignisse zu finden. Hierbei beleuchtet sie die Verarbeitung von physikalischen Schallsignalen hin zum finalen Höreindruck. Die Psychoakustik liegt somit zwischen den beiden wissenschaftlichen Feldern der Physik = messbarer Schall und Psychologie = Wahrnehmung und Verarbeitung von Schall. Damit unser Hörapparat Töne aufnehmen kann, muss die sogenannte Hörschwelle überschritten werden. Bei einer Frequenz von 4.000 Hz ist diese am niedrigsten und unser Gehör am empfindlichsten. Die Hörschwelle liegt in diesem Frequenzbereich bei nur 4 dB. Je tiefer der Ton, desto höher muss der Schalldruck sein, um ihn wahrnehmen zu können. So liegt die Hörschwelle zum Beispiel im Frequenzbereich von 63 Hertz bei 35 dB. Bei hohen Tönen ist der Effekt nicht ganz so stark, z.B. 18.000 Hz = 15 dB).
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Berechnungsfehler ist kein Grund zur Entwarnung

Gesundheitliche Probleme an Windanlagen nicht klein reden

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hatte in ihrer Studie aus dem Jahr 2014 offensichtlich einen Berechnungsfehler gemacht. Der Hinweis eines wissenschaftlichen Mitarbeiters an der Uni Bayreuth schlug hohe Welle und führte sogar zu einer Entschuldigung von Wirtschaftsminister Altmaier in Richtung Windindustrie. Bürgerinitiativen gegen Windkraft sehen in dem Berechnungsfehler der BGR aber keinen Grund, die gesundheitlichen Probleme von Anwohnern klein zu reden. Im Gegenteil, denn durch immer größere Anlagen nehmen die Beschwerden noch zu. Bekanntlich erzeugen Windkraftanlagen weder gleichmäßige noch omnidirektionelle Schallwellen. Je nach Umdrehungsgeschwindigkeit der Rotoren entstehen gepulste Wellen von ca. 1 Hz bis 1,5 Hz. Zudem sind die Schallwellen gerichtet. In einer bestimmten Bandbreite des Abstrahlwinkels sind höhere Schallpegel zu registrieren, einige Grade davon entfernt ist der Schallpegel geringer.
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